Fredda und Francoiz Breut – Akkustik-Set im Oldschool

Montag, 3. Dezember 2012 um 14 Uhr bei uns im Oldschool!
Schönheit mit Widerhaken – Eine Stimme aus dem echten Leben. Françoiz Breut ist zurück! Und damit eine er schönsten und charaktervollsten Stimmen im französischen Pop. Mit ihrem neuen Studioalbum „La chirurgie des sentiments" fügt Breut ihrer facettenreichen Karriere ein neues Glanzlicht hinzu.

Frankophone Popmusik mit femininem Charme hat es dieser Tage leicht, auch im Ausland zu punkten. Cœur de pirate, Zaz, Françoiz Breut, Camille und Coralie Clément sind längst auch in Deutschland etablierte Künstler. Doch wer die Welle genau untersucht, stellt schnell fest: jede dieser Künstlerinnen ist einzigartig, was Sound, Melodie und Stimme angeht. Die Pariser Sängerin und Songwriterin Fredda hat außerordentlich gute Chancen, diesem exklusiven Kreis beizutreten, denn mit ihrem neuen Album „L’ancolie“ ist ihr ein großer Wurf gelungen.

Unvergleichlich schön verzaubert sie mit ihren stilistisch einzigartigen Chansons den Hörer. „L’ancolie“ zelebriert das Album als musikalische Kunstform – ausbalanciert bis ins letzte Detail. Melancholisch, wie der florale Titel (zu deutsch „die Akelei“) es phonetisch andeutet, aber auf verführerische und betörende Art und Weise. Unüberhörbar sind die musikalischen Einflüsse und Hörgewohnheiten von Fredda. Stilistische Vorbilder fand sie in Folk-Sängerinnen wie Karen Dalton und Vashti Bunyan – aber auch und ganz besonders in der traditionellen Musik der Appalachen. Und auch zarte Blues-Anleihen sind auf „L’ancolie“ zu finden. Fredda macht daraus, nicht nur wegen der französischen Sprache, eine neue Form des Chansons – ein organisch klingendes Amalgam, das genannte Einflüsse einbindet ohne sie übermäßig zu betonen. Eine geradezu klassische Vorhergehensweise für das Chanson: Inspirationen von außen sind immer willkommen, doch Fredda nimmt sie auf wie Fäden und webt sie in ihre eigene zeitgenössische Lesart des Chanson mit ein, die sie mit französischen Traditionen verbindet. Besonders die romantischen Dichter des 19. Jahrhunderts wie Gérard de Nerval und Guillaume Appolinaire, die in ihrer Poesie ebenfalls die titelgebende Blume als Motiv benutzten, haben Texte und musikalische Sprache mitgeprägt.
Die Poesie von Freddas Sprache geht in ihre Musik über – hörbar auch für die, die kein Wort Französisch verstehen. Die subtilen Arrangements, die Verwendung akustischer Instrumente – neben ihrer Gitarre auch Banjo, Kontrabass und dezente Percussion – und vor allem ihr akzentuierter Gesangsstil tragen die romantische Grundstimmung, für die sie keine bessere Metapher finden konnte als den Namen einer Blume. „L’ancolie“ ist eine schwelgerische Liebeserklärung an die melancholischen Momente des Lebens. Eine Melancholie wie sie französischer – und verführerischer – kaum sein könnte.